Korken - Naturprodukt Kork oder Korken aus Kunststoff?

Kork

Korken: Kork-Querschnitte, Korkprofile

Wird Wein in Flaschen gelagert, so ist der einzig mögliche Wein-Kontakt zur Außenwelt nur über den Korken möglich. Der Kork verhindert auf der einen Seite das Auslaufen des Weines, auf der anderen Seite gelingt es der Luft durch das Porensystem im Kork zum Wein zu gelangen, der Wein kann über den Korken atmen, wodurch ein gewünschter Reifeprozess herbeigeführt werden kann, so etwa beim Bordeaux.
 
Der Kork als Tor zur Außenwelt ist während der Lagerzeit ein wichtiger Faktor und kann entscheidend die Wein-Qualität beeinflussen. Abgesehen von der Qualität der Korken, gibt es Schädlinge, wie die Korkmotte, ferner existieren Mikroorganismen, die den Korkgeschmack entstehen lassen. Etwa 2 Prozent der Weine haben Korkgeschmack. Im Kork entstehen während des Bleichens durch chemische Reaktionen mit den Organismen Chlorverbindungen, die geschmacklich merkbar sind. Während der Weinlagerung erhält der Wein Kontakt mit dem Kork, der diesen auslaugt und den Korkgeschmack im Wein entstehen lässt.
 
Gute Korken haben möglichst wenig Grobporen und sind nicht bröselig. Die Länge eines Durchschnittskorken beträgt ca. 40 mm, bei manchen Spitzenweinen finden Korken mit bis zu 60 mm Länge Verwendung. Abgesehen vom Gebrauch von Chlor geschieht die Sterilisierung der Korken zunehmend mit SO2.
 
Oberflächenbehandlungen des Korken auf Silikonbasis werden in letzter Zeit vermehrt eingesetzt, ebenso werden immer häufiger Korken eingesetzt, die zur Gänze aus Kunststoff bestehen. Solche Korken vermeiden natürlich sowohl Korkgeschmack, als auch den Schädlingsbefall, doch der Gasaustausch ist bei Kunststoffkorken zum Wein unterbunden.
 

Korkmotten

Korkmotte

Korkmotte (nemapogon cloacella) Flügelspannweite 10 bis 15 mm
Bevorzugtes Auftreten in feuchten und dunklen Kellerräumen

Es gibt außer der Korkmotte noch verschiedene andere Arten von Motten, die unseren Flaschenkorken bedrohen. Wahrscheinlich liegt es auch am köstlichen Duft, der sich durch den Wein im Korken verbreitet, ganz sicher aber deshalb, weil genügend Feuchtigkeit im Kork vorhanden ist, der die Korkmotte in ihrer Jugendzeit vor der Vertrocknung schützt.
 
Die befruchteten Motten bzw. Korkmotten-Weibchen legen ihre Eier auf der Oberfläche der Korken ab, woraus nach etwa zehn Tagen die Maden, die sog. Korkwürmer schlüpfen und sich Gänge durch den Korken fressen. Etwa ein halbes Jahr nähren sich die jugendlichen Motten illegal am Weinkorken. Es darf uns nicht wundern, wenn sie sich im Laufe der Zeit immer näher an den köstlichen Rebensaft heranbohren. Sobald dann die Korkmotten flügge geworden sind, wiederholt sich das Spiel, so dass mitunter wertvolle Weinbestände zur Gänze vernichtet werden.
 

Mögliche Maßnahmen gegen Motten:
  • Ausbringen von im Handel erhältlichen Strips im Lager bzw. Kellerraum
  • Verwendung von Kontaktpestiziden
  • Ausräuchern der Keller
  • Licht / Elektrofallen
Prophylaktische Maßnahmen an Korken von Weinflaschen:
  • Versiegelung des Korken
  • Kunststoffkorken
  • Völlige Verkapselung der Korken
  • Korken Verkapselung mit Luftlöcher reduziert die Gefahr, es bleibt jedoch ein Restrisiko
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